Die Spannung steigt und auch die Vorfreude wird von Tag zu Tag größer. Nachdem die Bundesschau im vergangenen Jahr der Vogelgrippe zum Opfer fiel und abgesagt werden musste, richtet sich der Blick der Rassegeflügelzüchter nun umso gespannter auf Erfurt.
Im Mittelpunkt des großen Ausstellungswochenendes steht die 53. VHGW-Bundesschau. In diese sind gleich mehrere weitere bedeutende Schauen integriert: die 98. Deutsche Zwerghuhnschau, die 58. Landesverbandsschau Thüringen sowie die 36. Erfordia-Junggeflügelschau. Damit vereinen sich in Erfurt mehrere große Ausstellungen unter einem Dach und machen die Veranstaltung zu einem der Höhepunkte des diesjährigen Schaukalenders.

Die Meldezahlen unterstreichen eindrucksvoll die Dimension der Veranstaltung. 1.234 Aussteller haben insgesamt 13.004 Nummern Rassegeflügel gemeldet. Mehr als die Hälfte des gesamten Meldeergebnisses entfällt dabei auf die Zwerghühner. Mit 6.793 Tieren stellen sie die mit Abstand größte Gruppe. Hinzu kommen 3.232 Hühner. Damit entfallen allein auf Hühner und Zwerghühner mehr als drei Viertel aller gemeldeten Tiere.
Auch ein Blick auf einzelne Rassen ist interessant. Bei den großen Hühnern führen die Italiener mit 369 Meldungen das Feld an, gefolgt von 262 Brahma und 176 Deutschen Wyandotten. Die Sundheimer sind mit 63 Tieren vertreten und schaffen es damit unter die 20 stärksten großen Hühnerrassen der Schau.
Bei den Zwerghühnern sticht eine Rasse ganz besonders hervor: Mit 1.265 Deutschen Zwerg-Wyandotten entfällt fast jedes zehnte Tier der gesamten Veranstaltung allein auf diese Rasse. Mit deutlichem Abstand folgen die Federfüßigen Zwerghühner mit 328 gemeldeten Tieren. Auch zahlreiche weitere Zwerghuhnrassen erreichen Meldezahlen von weit über 200 Tieren.

Doch gerade die Mischung macht eine solche Bundesschau aus. Neben den zahlenmäßig stark vertretenen Rassen finden sich zahlreiche Rassen und Farbenschläge, die nur mit wenigen Tieren vertreten sind. Genau diese Bandbreite dürfte für die Besucher einen besonderen Reiz ausmachen und bietet die Gelegenheit, auch Rassen zu sehen, denen man auf kleineren regionalen Schauen nur selten begegnet.
Bei den Ausstellern laufen die Schauvorbereitungen inzwischen auf Hochtouren. Die Tiere werden noch einmal kritisch unter die Lupe genommen, letzte Entscheidungen getroffen und die ausgewählten Kandidaten bestmöglich auf ihren großen Auftritt vorbereitet. Schließlich möchte jeder seine Tiere in Erfurt von ihrer besten Seite präsentieren.
Auch organisatorisch ist die 53. VHGW-Bundesschau bei vielen längst fest eingeplant. Der Urlaub für die Schautage ist bereits seit Wochen, wenn nicht sogar Monaten, eingereicht. Denn eine Bundesschau dieser Größenordnung ist kein gewöhnlicher Ausstellungstermin, sondern für viele Züchter einer der Höhepunkte des gesamten Zuchtjahres.
Nach dem Ausfall im vergangenen Jahr dürfte die diesjährige Schau zudem unter einem ganz besonderen Vorzeichen stehen. Umso größer ist die Freude auf das Wiedersehen mit alten und neuen Zuchtfreunden, auf interessante Gespräche, beeindruckende Kollektionen und natürlich auf den direkten Vergleich der eigenen Tiere mit der Konkurrenz aus ganz Deutschland.
Nun beginnt langsam der Endspurt. Die letzten Tage bis Erfurt werden noch einmal spannend. Mit 1.234 Ausstellern und 13.004 gemeldeten Tieren sind die Voraussetzungen für ein echtes Großereignis der Rassegeflügelzucht geschaffen.
Erfurt kann kommen!
